Erysipel/ Wundrose

 

Definition: Beim Erysipel handelt es sich um eine scharf begrenzte, schmerzhafte, intrakutane Entzündung der Lymphgefäße, verursacht durch eine Infektion mit:

→ I: Beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A,

→ II: Gerade dem Streptokokkus pyrogenes,

III: Seltener durch den Staphylokkokus ausreus oder Mischinfektionen.

Lokalisation:

→ 1) Eintrittspforten sind kleine Ulzerationen, kleinste Hautverletzungen wie Rhagaden und Hautabschürfungen, Mazerierungen der Haut, z.T. nicht eruierbar.

→ 2) Häufige Lokalisationen sind Beine, Gesicht und Hände.

Pathogenese: Charakteristischerweise zeigt sich eine ödematöse Auflockerung des Coriums und subkutanen Bindegewebes mit Einlagerung von Streptokokken, Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten.

Risikofaktoren:

→ 1) Lokale Durchblutungsstörungen, arterielle Verschlusskrankheit, chronisch-venöse Verschlusskrankheit.

→ 2) Immunsuppression unterschiedlicher Genese, Diabetes mellitus.

Klinik:

→ I: Scharf-begrenzte, flächenhafte Rötung der Haut mit zungenförmigen Ausläufern.

→ II: Ödematöse Schwellung, Überwärmung und Schmerzhaftigkeit der betroffenen Extremität.

→ III: Meist sind die regionalen Lymphknoten geschwollen.

IV: Evtl. ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit hohem Fieber.

Unterschiedliche Verlaufsformen:

→ 1) Bullöses

2) Ekchymatöses,

→ 3) Hämorrhagisches

→ 4) Gangränöses und

→ 5) Abszedierendes Erysipel.

Komplikationen:

→ I: Streptokokkensepsis mit Endokarditis und Glomerulonephritis.

→ II: Thrombophlebitis und Phlebothrombose usw.

-> III: Hartnäckige Rezidive

Diagnose:

→ I: Anamnese und klinische Untersuchung mit charakteristischer, scharf-begrenzter, flächenhafter und schmerzhafter Rötung und Überwärmung der Haut sowie Fieber.

→ II: Labor: Mit Leukozytose und CRP-Erhöhung.

Differenzialdiagnose:

→ 1) Postthrombotisches Syndrom,

→ 2) Nekrotisierende Fasziitis,

→ 3) Angioödem.

Therapie:

→ I: Allgemeinmaßnahmen: Lokale Antiseptika-Behandlung, Kühlung und Hochlagerung.

II: Medikamentöse Therapie:

→ 1) Hochdosierte, intravenöse Gabe von Penicillin G oder V.

→ 2) Bei Penicillinallergie alternativ Gabe eines Cephalosporins 2-3 Generation.

→ 3) Bei Mischinfektionen erweiterte Antibiosetherapie.

Prognose: Das Erysipel neigt trotz vollständiger Ausheilung zu schwerwiegenden Rezidiven, gerade wenn der Lymphabfluss durch z.B. Obliteration gestört ist.