Morbus Dupuytren

 

 

Definition: Beim Morbus Dupuytren handelt es sich um eine Fibromatose des palmaren Bindegewebes mit Knötchen und Strangbildung, die im weiteren Verlauf auf die Finger übergreift.

 

Epidemiologie: Männer sind 6 mal häufiger betroffen als Frauen, der Manifestationsgipfel liegt zwischen dem 50-70 Lebensjahr.

 

Ätiologie: Nicht genau bekannt. Es besteht eine familiäre Häufung. Risikofaktoren sind:

→ 1) Alkoholabhängigkeit

→ 2) Leberschädigungen,

→ 3) Diabetes mellitus (D.m. Typ 1 /D.m. Typ 2).

 

Pathogenese: Histologisch findet man Fibromyoblasten. Man geht davon aus, dass die normale Faszie zerstört und durch Kollagen Typ 3 Gewebe  ersetzt wird.

 

Lokalisation: Besonders häufig betroffen sind der Mittelhandstrahl IV/V mit Übergreifen auf die Finger IV/V.

 

Klinik: Man unterteilt die Klinik in 5 Stadien.

I: Stadium 0: Hierbei findet man Knötchen und vertikale Strangbildungen im Bereich der Mittelhand, mit evtl. Hauteinziehungen. Es ist jedoch noch keine Kontraktur vorhanden ( keine OP-Indikation) 

II: Stadium 1: Hier kommt es zu einer beginnenden Kontrakturbildung der Langfinger mit einem Streckdefizit von 0-45°.

III: Stadium 2: Beugekontraktur der Langfinger mit einem Streckdefizit von 46-90°. 

IV: Stadium 3: Beugekontraktur der Langfinger mit einem Streckdefizit von 91-135°

V: Stadium 4: Beugekontraktur der Langfingermit einem Streckdefizit von > als 135°.

 

Therapie: Eine operative Therapie ist ab dem Stadium 2 indiziert. In späteren Stadien kommt es zu Schrumpfung der Gelenkkapseln und der Gefäße.

 

Merke: Teilresektion der Palmaraponeurose und der Stränge, sowie eine operative Vasoneurolyse und Arthrolyse. Um eine postoperative Kontraktur, aufgrund eines Hautdefizites zu vermeiden, erfolgt eine Lappenplastik ( V-Y Plastik, Z-Plasik) oder die Transplantation von Eigenhaut.

 

OP-Komplikationen:

→ 1) Verletzungen der Gefäße und Nerven,

→ 2) Rezidive

→ 3) Hämatombildung,

→ 4) Wundrandnekrosen,

→ 5) Narbenkontrakturen.