Jodid / Jodsalze

 

 

Definition:

→ I: Bei Jodid handelt es sich um einen essenzielles Element der Schilddrüsenhormone.

II: Jodid wird u.a. zur Behandlung der Jodmangelstruma und zur Rezidivprophylaxe eingesetzt.

 

Wirkmechanismus:

→ I: In geringen Dosen fördert es die Schilddrüsenhormon-Produktion.

→ II: In hohen Dosen hemmt es die Hormonsynthese, wirkt also thyreostatisch.

→ III: Prophylaktisch während der SS und Stillzeit in Jodmangelgebieten und bei positiver Familienanamnese. 

 

Indikation:

→ I: Therapie und Prophylaxe einer euthyreoten Struma,

→ II: Plummerung: Zur akuten Behandlung der thyreotoxischen Krise. Es wird hierbei kurzfristig hochdosiert Kaliumjodid appliziert, um die Jodaufnahme und den -einbau zu hemmen.

 

Dosierung:

→ I: Prophylaxe/Behandlung einer Jodmangelstruma: 100-200µg/d, in der Schwangerschaft und Stillzeit 200µg/d.

→ II: Verhinderung eines Strumarezidivs nach erfolgter Strumatherapie 100-200µg/d.

 

Nebenwirkungen:

→ I: Nicht selten verursachen Jodsalze Haut- und Schleimhautreizungen mit Exanthem, Jodakne, aber auch Jodschnupfen, Konjunktivitis und Bronchitis.

→ II: Auslösung einer jodinduzierten Hyperthyreose bei gleichzeitigem Bestehen einer Schilddrüsenautonomie.

 

Kontraindikationen: Sind u.a.:

→ I: Latente oder manifeste Hyperthyreose,

→ II: Autoimmunthyreoditis wie die Hashimoto-Thyreoditis,

→ III: Schilddrüsenautonomie,

→ IV: Bestehende medikamentöse Behandlung mit Amiodaron.

 

Wechselwirkungen:

→ I: Die gleichzeitige Behandlung mit Lithium kann die Entwicklung einer Hypothyreose begünstigen.

→ II: Die Kombination mit kaliumsparenden Diuretika kann eine Hyperkaliämie triggern.