Affektive Störungen-Definitionen

Definitionen: Die Affektive Störungen stellen eine pathologische Veränderung der Stimmung (Affektes), des Aktivitätsniveaus und Denkens, entweder in die eine oder andere Richtung, dar:

→ I: Gedrückte Stimmung, verminderter Antrieb und Denkhemmung stellen klinische Zeichen einer Depression dar oder

II: Gehobene Stimmung, vermehrter Antrieb und gesteigerter Ideenfluss sind Charakeristika einer Manie.

 

Klassifikation: Man unterscheidet:

→ I: Definitionsgemäß:

→ 1) Depression: ist gekennzeichnet durch eine dauerhafte gedrückte Stimmung. Charakteristika sind des Weiteren Hemmung von Denken und Antrieb, sowie körperlich-vegetative Störungen.

2) Manie: Zeichnet sich durch eine dauerhaft gehobene Stimmung, aber auch durch Enthemmung, Selbstüberschätzung und Ideenflucht aus.

3) Dysthymie: Wird eine mindestens 2 Jahre anhaltende depressive Verstimmung schwächeren Ausmaßes bezeichnet.

4) Zyklothymia: Diese ist gekennzeichnet durch eine dauerhafte Instabilität der Stimmung mit häufigem Wechsel zwischen leichter Depression und leicht gehobener Stimmung.  

→ II: Veraltetes Klassifikationssystem: Die Einteilung der affektiven Störung erfolgt im Hinblick auf ihre Entstehung. Man unterscheidet:

→ 1) Endogene Depression: Insbesondere biologische Faktoren spielen bei der Entstehung eine wichtige Rolle.  

→ 2) Reaktive Depression: Bei dieser Form stehen schwerwiegende, emotional-belastende Ereignisse bei der Entwicklung im Vordergrund.

→ 3) Neurotische Depression: Für diese Form werden psychogene Faktoren, die ihren Ursprung in der individuellen Lebensgeschichte haben, veranwortlich gemacht.

→ III: Aktuelle Klassifikation: Der affektiven Störungen nach ICD-10. Sie wird  mit Hilfe von phänomenologischen Kriterien katalogisiert:

 1) Zunächst unterscheidet man zwischen:

→ A) Unipolarer Störung: Zeichnet sich durch das alleinige Auftreten entweder nur von depressiven -  oder nur von manischen Symptome aus.

→ B) Bipolare Störungen: Es können sowohl depressive als auch manische Symptome nachgewiesen werden (= bipolare affektive Störungen).

 2) Dem Schweregrad der Symptomatik; es wird zwischen leichte, mittelschwere und schwere Depression/Manie unterschieden.

→ 3) Art der Symptomatik:

→ A) Vorhandensein psychotischer Symptome (z.B. Depression mit/ohne psychotischen Symptome),

→ B) Vorhandensein somatischer Symptome (Depression mit/ohne somatischen Symptome.

→ 4) Verlauf: Beinhaltet den zeitlichen Verlauf der klinischen Symptomatik: Hierzu zählen:

→ A) Affektive Episode: Hierbei besteht die Symptomatik nur 1 Mal und ist zeitlich begrenzt.

B) Rezidivierende affektive Störung: Bereits beim 2. Auftreten der spezifischen klinischen Symptome spricht man von einer rezidivierenden affektiven Störung. Gerade die Depression neigt zu Rezidiven mit dazwischenliegenden symptomfreien, gesunden Intervallen (= phasenhafter Verlauf).

→ C) Anhaltende affektive Störung: Sie ist gekennzeichnet durch eine Persistenz der Symptome (bei leichterer Verlaufsform) über einen Zeitraum von mindestens 2 Jahren. Hierzu zählt die Zykothymie und Dysthymie.