Cotard-Syndrom / Le delire de negation

  Definition: Beim Cotard-Syndrom handelt es sich um ein sehr seltenes Syndrom, bei dem der Patient ausgeprägte nihilistische Ideen entwickelt, die mit der Überzeugung, dass Köperteile bereits tot seien bis hin zur Verneinung der gesamten Existenz (eigene Exsistenz und Exsistenz der Außenwelt) einhergehen.

Komorbiditäten: Das Cotard-Syndrom ist nicht selten mit nachfolgenden psychiatrischen Erkrankungen assoziiert:

→ I: Depression,

→ II: Organische und schizophrene Psychosen,

→ III: Tritt jedoch am häufigsten im Zusammenhang mit einer Involutionsdepression auf.

 

Klinik: Klassische klinische Zeichen sind:

→ I: Der Patient hat das Gefühl seine körperlichen Kräfte, seinen Verstand und gerade die Organe Magen, Darm oder Gehirn verloren zu haben.

→ II: Bei sehr schwerer Verlaufsform negativiert er die eigene Existenz und das Bestehen der gesamten Welt.

 

Verlaufsformen:

→ I: Tritt es im Zuge einer Schizophrenie ( -> schizophrene Psychosen) auf, ist der Verlauf meist nur von kurzer Dauer.

→ II: Besteht es jedoch im Rahmen von depressiven Syndromen ( Involutionsdepression) weist es eine chronisch resistente Verlaufsform auf.

 

Therapie:

→ I: Tritt das Syndrom im Rahmen einer Schizophrenie auf, kann eine Therapie aufgrund des zumeist nur kurzzeitigen Bestehens mit den üblichen Antipsychotika erfolgen.

→ II: Ist es jedoch mit einem depressiven Syndrom vergesellschaftet, sollte neben der thymoleptischen (=stimmungsaufhellenden) Therapie eine Behandlung mit  atypischen Neuroleptika (Olanzapin) bzw. eine Elektrokrampftherapie versucht werden.

 

Merke: Trotz des Gefühls“ abgestorben zu sein", besteht zumeist eine erhöhte Suizidgefahr.