EKG-Befund: Dilatative Kardiomyopathie

Definition: Bei der dilatativen Kardiomyopathie handelt es sich um eine Dilatation, gerade des linken Ventrikels, mit Ausdünnung der Herzwand und konsekutiver Herzinsuffizienz.

 

Klinisch-relevant:

→ A) Die dilatative Kardiomyopathie ist die häufigste Form der CM.

→ B) Es manifestiert sich charakteristischerweise eine systolische Funktionsstörung. 

→ C) Häufig bildet sich eine relative Mitralklappeninsuffizienz aus.

 

EKG-Befund: Das Oberflächen-EKG ist selten normal, jedoch exisitiert kein typisch pathologisches Muster:

→ I: Lage-Typ: (Abweichung der Herzachse nach Links) Meist Linkstyp bis überdrehter Linkstyp.

→ II: Hypertrophiezeichen: Linkshypertrophie-Zeichen mit positivem Sokolow-Index (d.h. S(V1/2) + R(V5/6) > 3,5 mV) oder evtl. auch Zeichen einer Rechtsherzhypertrophie (d.h. R(V1/2) + S(V5/6) > 1,05 mV).

→ III: EKG-Morphologie:

→ 1) Veränderung der P-Welle oft als P-sinistroatriale (1/3 der Fälle).

→ 2) In 20-30% der Fälle zeigt sich bei der dilatativen CM eine pathologische Q-Zacke sowie Pseudoinfarktzeichen.

→ 3) Verzögerte R-Progression in V1-V4

→ 4) Intraventrikuläre Erregungsleitungsstörungen mit unspezifischer QRS-Verbreiterung und/oder Entwicklung eines (kompletten) Linksschenkelblocks mit z.T. tiefem S in V6. Häufige Assoziation mit einem AV-Block.

→ 5) Unspezifische Repolarisationsstörungen mit Veränderungen der ST-Strecke und der T-Welle (praktisch immer).

→ IV: Rhythmus/Frequenz: Gerade im fortgeschrittenen Stadium können sich Arrhythmien, wie:   

→ 1)Vorhofflimmern,

→ 2) Supraventrikuläre Extrasystolen (SVES) und

→ 3) Ventrikuläre Extrasystolen (VES), Couplets, später Salven und (anhaltende) ventrikuläre Tachykardien entwickeln (in bis zu 50% der Fälle die Todesursache).