Definition: Die Rechtsherzhypertrophie ist zumeist die Folge einer chronischen Druck- und/oder Volumenbelastung des Myokards.

→ I: Druckbelastung: Sie stellt die häufigste Ursache dar. Auslöser können u.a. arterielle Hypertonie, chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (z.B. COPD, etc.) sowie die pulmonale Hypertonie sein.

→ II: Volumenbelastung: Hierzu führen insbesondere die Pulmonalinsuffizienz/-stenose und/oder Mitralinsuffizienz/-stenose. Häufig liegt aber auch eine kombinierte Druck- und Volumenbelastung vor.

 

Pathophysiologie:

→ I: Druckbelastung: Das Herz reagiert auf die chronische Druckbelastung mit einem Größenwachstum der Muskelzellen und konsekutiver Zunahme der Muskelmasse. Folge ist eine Störung der Erregungsleitung mit Verlangsamung der Erregungsleitung u.a. in den Tawara-Schenkeln und Purkinje-Fasern, aber auch in Bezug auf die Repolarisation.

→ II: Volumenbelastung: Eine chronische Volumenbelastung führt neben der Zuhnahme der Herzmuskelmasse zu einer atrialen/ventrikulären Dilatation.

 

→ Ätiologie:

→ I: Ursachen: Einer Rechtsherzinsuffizienz sind u.a.:

→ 1) Pulmonale Hypertonie und Cor pulmonale.

→ 2) Pulmonalklappenstenose, aber auch

→ 3) Indirekt über den kleinen Kreislauf infolge eines Mitralklappenvitiums (wie z.B. die Mitralklappeninsuffizienz oder Mitralklappenstenose).

→ II: Ursachen: Einer Rechtsherzhypertrophie sind wiederum:

→ 1) Arterielle Hypertonie,

→ 2) Aortenklappenstenose bzw. Aortenklappeninsuffizienz.

→ 3) Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie und nicht zuletzt

→ 4) Die Mitralklappeninsuffizienz.

828 EKG Veränderungen bei Linksherzhypertrophie

 

EKG-Veränderungen: Bei der Herzhypertrophie sind bezüglich des EKGs insbesondere Veränderungen im Bereich des QRS-Komplexes und der ST-Strecke nachweisbar. Hierzu gehören:

→ I: Veränderung des Lagestyps durch Abweichung der elektrischen Herzachse aufgrund einer Formveränderung bzw. Muskelmassenzunahme.

→ II: Nachweis einer hohen R-Amplitude durch Verzögerung des letzten oberen Umschlagpunktes infolge einer vermehrten Muskelmasse und

→ III: Erregungsleitungsstörungen mit Verbreiterung des QRS-Komplexes und Verzögerung der Repolarisation (ST-Strecke und T-Welle) durch Zunahme der Herzwand.

827 EKG Merkmale der Rechts  bzw. Linksherzhypertrophie

 

Klinisch-relevant: Nach der Lokalisation der Herzmuskelhypertrophie unterscheidet man zwischen einer:

→ A) Rechtsherzhypertrophie,

→ B) Linksherzhypertrophie und einer

→ C) Biventrikulären Hypertrophie.